Das Kunsthistorische Museum in Wien beherbergt die weltweit größte Sammlung von Gemälden Pieter Bruegels des Älteren und besitzt damit rund ein Drittel seiner erhaltenen Werke. Diese bemerkenswerte Dichte an Meisterwerken, darunter der berühmte „Turmbau zu Babel“, ist nur einer von vielen faszinierenden Aspekten dieser Weltklasse-Institution, die von Kaiser Franz Joseph I. in Auftrag gegeben wurde und deren Bau zwei Jahrzehnte dauerte.
Ein Palast für die Kunst
Das Museum wurde im Rahmen des riesigen Ringstraßenprojekts erbaut, das von Kaiser Franz Joseph I. initiiert wurde. Sein Ziel war es, ein prachtvolles Zuhause für die riesigen Kunstsammlungen zu schaffen, die die Habsburger-Dynastie über Jahrhunderte zusammengetragen hatte und die zuvor auf verschiedene Paläste verteilt waren. Nach einer 20-jährigen Bauzeit, die 1871 begann, öffnete das Museum am 17. Oktober 1891 offiziell seine Pforten.
Architektonische Wunderwerke
Das Kunsthistorische Museum ist für sich genommen schon ein architektonisches Meisterwerk. Es wurde von den Architekten Gottfried Semper und Karl Freiherr von Hasenauer entworfen und steht als spiegelbildliches Gegenstück zum Naturhistorischen Museum direkt gegenüber am Maria-Theresien-Platz. Das Gebäude selbst ist ein Kunstwerk, reich verziert mit Marmor, Stuck, Blattgold und Wandgemälden. Seine beeindruckende achteckige Kuppel ragt 60 Meter (200 ft) in die Höhe.
Klimt im Treppenhaus
Noch bevor er ein weltberühmter Maler wurde, erhielt der junge Gustav Klimt zusammen mit seinem Bruder Ernst und ihrem Freund Franz Matsch den Auftrag, die Wandgemälde im prachtvollen Haupttreppenhaus zu gestalten. Diese wunderschönen Malereien, die Szenen aus der Kunstgeschichte vom alten Ägypten bis zur Renaissance darstellen, sind ein oft übersehenes Highlight und geben einen Einblick in das Frühwerk eines Meisters.
Highlights und Kuriositäten der Sammlung
Die Sammlungen des Museums sind riesig und umfassen fünf Jahrtausende, vom alten Ägypten bis zum späten 18. Jahrhundert. Hier sind einige der bemerkenswertesten Fakten über seine Schätze.
- Die Bruegel-Sammlung: Das Museum besitzt die weltweit bedeutendste und größte Sammlung von Werken Pieter Bruegels des Älteren, darunter Meisterwerke wie „Jäger im Schnee“, „Die Bauernhochzeit“ und „Der Turmbau zu Babel“.
- Das alte Ägypten in Wien: Die Ägyptisch-Orientalische Sammlung umfasst über 17.000 Objekte. Die Säle selbst sind im ägyptischen Stil dekoriert und integrieren sogar drei originale, 6 Meter hohe altägyptische Säulen, die die Decke stützen.
- Die „Mona Lisa der Bildhauerei“: Die Kunstkammer beherbergt die berühmte „Saliera“ (Salzfass) von Benvenuto Cellini. Sie wurde 1543 fertiggestellt und ist das einzige erhaltene Goldobjekt, das dem Künstler eindeutig zugeschrieben werden kann. Manchmal wird sie auch als die „Mona Lisa der Bildhauerei“ bezeichnet.
- Ein berühmter Diebstahl: Die Saliera wurde am 11. Mai 2003 auf spektakuläre Weise aus dem Museum gestohlen. Der Dieb kletterte während Renovierungsarbeiten auf ein Gerüst und schlug ein Fenster ein. Das unschätzbar wertvolle Kunstwerk wurde 2006 wiedergefunden, nachdem es vergraben in einer Bleikiste in einem Wald entdeckt worden war.
- Kaiserliche Schätze: Die Sammlungen stammen hauptsächlich von den Habsburgern und wurden über Jahrhunderte aufgebaut. Sie umfassen Porträts, die von Ferdinand von Tirol gesammelt wurden, die Kuriositäten von Kaiser Rudolf II. und die italienischen Gemälde, die Erzherzog Leopold Wilhelm zusammentrug.
Ob Sie nun ein Kunstliebhaber oder ein neugieriger Reisender sind, die Geschichten hinter dem Kunsthistorischen Museum sind ebenso fesselnd wie die Meisterwerke, die es beherbergt. Um diese Wunder selbst zu erleben, können Sie Ihre Tickets im Voraus buchen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauerte der Bau des Kunsthistorischen Museums?
Der Bau des Kunsthistorischen Museums dauerte 20 Jahre. Er begann 1871 und wurde 1891 mit der offiziellen Eröffnung abgeschlossen.
Wer gab den Bau des Kunsthistorischen Museums in Auftrag?
Kaiser Franz Joseph I. von Österreich-Ungarn gab das Museum in Auftrag, um die riesigen Kunstsammlungen der Habsburger-Dynastie unterzubringen und sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Was ist das berühmteste Kunstwerk im Museum?
Obwohl das Museum viele Meisterwerke besitzt, gehören die Gemäldesammlung von Pieter Bruegel dem Älteren, einschließlich des „Turmbaus zu Babel“, und Benvenuto Cellinis „Saliera“ (Salzfass) zu den berühmtesten Werken.
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